Donnerstag, 14. April 2022

April - Zu Ostern gibt es Paranuss-Energie-Eier (vegan)

Ich kenne keinen, dem sie nicht schmecken - meine Paranuss-Energiekugeln. Sie sind einfach eine köstliche Nascherei, die auch noch gesund ist . Und ruckzuck zubereiten lassen sie sich außerdem; also gut, wenn es mal schnell gehen soll.

Diesmal habe ich für kleine Ostergeschenke allerdings nicht nur Energie-Kugeln gemacht, sondern natürlich auch kleine Eier geformt.

Hier ist das Rezept:
Zutaten:

- 100 g weiche Medjool Datteln, in grobe Stücke geschnitten
- 125 g
grob zerkleinerte Paranüsse, am besten aktiviert (6 Stunden oder über Nacht in Wasser eingeweicht)
- 25 g Kokosöl
- 5 g Kakaopulver (ich habe Rohkost-Kakao von Keimling verwendet)

- 3 g Carob (ich liebe das Carob von Rapunzel)

- 3 g Brennnesselsamen, pulverisiert

- 1/2 TL Vanille, gemahlen

Zum Wälzen:
Kakaopulver, Carob, Kokosmehl oder pulverisierte Linden- oder Weißdornblätter, auch Fruchtpulver (z.B. von Himbeeren) sind geeignet. 


Zubereitung:
Alle Zutaten in die Küchenmaschine und gut zerkleinern lassen.

Aus der cremigen Masse kleine Kugeln oder für Ostern kleine Eier formen.

En nature belassen oder für eine unterschiedliche Optik und verschiedene Geschmacksnuancen in Kakaopulver, Carob, Kokosmehl, Linden- oder Weißdornblatt- oder Himbeerpulver wälzen.


Ich wünsche einen gesunden Genuss und freudiges Verschenken!

 

 

 

Mittwoch, 30. März 2022

März 2022 - Gemmo-Extrakte selbst herstellen

Für den Eigenverbrauch ist es wirklich sehr einfach, sich Gemmo-Extrakte selbst herzustellen.


Einige Regeln sind jedoch beim Knospensammeln zu beachten:  

1. Nur Knospen sammeln, die man eindeutig bestimmen kann.

2. Kurz vor der vollständigen Öffnung der Knospen und Triebe ist die beste Erntezeit.

3. Nur so viel von der Pflanze nehmen, wie man im Moment braucht.

4. Der Pflanze gehören zwei von drei Knospen fürs Wachsen, eine darf gesammelt werden.

5. Achtsam mit bloßen Fingern oder einem scharfen Messer sammeln.

6. Nicht in der Nähe von befahrenen Straßen und konventionell bewirtschafteten Feldern sammeln.


Basis-Rezept Gemmo-Mazerat

So stelle ich meine Knospenauszüge her:

Zutaten:
1 Teil Knospen oder junge Pflanzenteile (junge und im Wachstum begriffene Pflanzenteile wie Knospen, Kätzchen, Triebe, kleine Blättchen, Fruchtansätze)

3 Teile gefiltertes Wasser
3 Teile pflanzliches Bio-Glyzerin

3 Teile Alkohol 40%
(z.B. Bio-Wodka)

Ich stelle mir immer einen kleinen Vorrat an Auszugsflüssigkeit her, damit er in der Knospenzeit schnell zur Hand ist.

Bei der Herstellung ist es wichtig, auf die Hygiene zu achten!
Hände waschen und mit Alkohol besprühen. Außerdem Arbeitsflächen und Arbeitsmaterial desinfizieren.


Zubereitung:

5 g Knospen mit einem Messer fein zerkleinern, in eine 50ml-Flasche geben und 45 ml von der vorbereiteten Auszugsflüssigkeit (3 Teile Wasser, 3 Teile Glyzerin, 3 Teile Alkohol 40%) darüber gießen. 

Deckel drauf und schütteln, damit sich alles gut vermischt. Ein herzliches Dankeschön an die Pflanzen für ihre wertvollen Knospen!

Den Ansatz 3 – 4 Wochen in einem hellen Zimmer, aber nicht in der Sonne, ausziehen lassen, immer wieder mal schütteln.

Dann wird der Pflanzenknospen-Extrakt abgefiltert und in eine Braun- oder Violettglas-Flasche mit Zerstäuber oder Tropfereinsatz gefüllt.

Die Anwendung der Gemmo-Extrakte ist wirkungsvoll und bequem:

Zerstäuber: Bei Bedarf 3-4 Mal in den Mund sprühen, kurz einspeicheln und schlucken. So kann das Gemmo-Mazerat optimal von der Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Tropfen: 3-mal am Tag 20-50 Tropfen in ein Glas Wasser mischen und langsam trlnken, am besten vor den Mahlzeiten.


Haltbarkeit:

Bei Zimmertemperatur sind die Knospenauszüge etwa 1 - 2 Jahre haltbar.


Montag, 28. Februar 2022

Februar 2022 - Gemmotherapie / Knospenheilkunde

„Äpfel sammelt man im Kübel, Kräuter im Korb und Knospen im Fingerhut.“

So wertvoll sind die Knospen!

Das lateinische Wort Gemma bedeutet Knospe, Juwel, Edelstein. Für die Knospenheilkunde (Gemmotherapie) wird also das Wertvollste, Edelste der Pflanze verwendet. 

Knospen sind die kleinen Ausstülpungen an Wachstumspunkten von Pflanzen, die sich in der neuen Vegetationsperiode zu Trieben, Blättern und Blüten entwickeln. Oft werden sie auch als die Augen der Pflanzen bezeichnet. Sie beinhalten das neue Leben der ganzen Pflanze in sich. Denn bevor die Knospen aufbrechen ist die komplette genetische Information der Stammpflanze in den Knospenzellen enthalten. Also das gesamte undifferenzierte Potential zum Wachstum ist zu diesem Zeitpunkt vorhanden.

Die Inhaltsdichte in Knospen ist besonders groß, sie enthalten teilungsaktive Gene, einen hohen Anteil an Proteinen sowie Wachstumshormone, Phytohormone und Enzyme und darüber hinaus auch viele sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe (ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Anthocyane, Saponine) sowie Harze, Mineralstoffe und Vitamine.

Die Nutzung von Knospen ist altbewährt

Schon seit mehr als 7500 Jahren werden Knospenanwendungen zu Heilzwecken und als Lebensmittel verwendet.

Im Mittelalter beschreibt die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen in ihren Büchern unter anderem die heilende Wirkung von Bäumen und Sträuchern und gibt detaillierte Informationen zur Anwendung von Apfelbaum-, Birken-, Eschen-, Esskastanien-, Heckenrosen, Linden-, Pappel- und Schwarze-Johannisbeeren-Knospen.

In den 1950er Jahren beginnt der belgische Arzt Dr. Pol Henry (1918 bis 1988) seine erstaunlichen Erfahrungen zu veröffentlichen, die er mit der gesundheitsfördernden Wirkung von Auszügen, die pflanzliches Embryonalgewebe enthalten, gemacht hatte. Forschungen, klinische Studien und Veröffentlichungen führten zur Verbreitung und Anerkennung der Knospenheilkunde unter dem Begriff „Gemmotherapie“, die eine Spezialform der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) darstellt. Inzwischen gibt es mehr als 50 heilkundliche Knospen-Beschreibungen. 


Die Gemmotherapie ist schon etwas Besonderes

Besonderheit und wesentlicher Unterschied zur Phytotherapie ist, dass für die Zubereitung der gemmotherapeutischen Pflanzenauszüge (Gemmo-Mazerate) ausschließlich frische Knospen und junge Triebe von Bäumen, Sträuchern und Stauden verwendet werden. Nur noch sehr selten nutzt man heute Samen, feine Wurzelspitzen sowie die Innenschicht von Rinden.

Die Extraktion der Inhaltsstoffe erfolgt in einem Flüssigkeitsgemisch aus Alkohol, Wasser und Glyzerin.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Ernte, nämlich kurz bevor die Knospen austreiben, wenn die meisten Inhaltsstoffe vorhanden sind.


Einer meiner Lieblinge: Der Holunder

Vom schwarzen Holunder (Sambucus nigra)
verwendet man für ein Gemmo-Extrakt die jungen Triebspitzen (Blattknospen).
In den Knospenmonographien wird eine immunstimulierende, stoffwechselanregende, entgiftende, tonisierende, lymphanregende (bringt alles in Fluss), schleimlösende, fiebersenkende und entzündungshemmende Wirkung beschrieben. Deshalb lohnt es sich bei grippalen Infekten, starker Verschleimung der Atemwege sowie Allergien ein Holunder-Gemmo-Extrakt in der Hausapotheke vorrätig zu haben.


Im nächsten Post berichte ich darüber, wie man das Gemmo-Mazerat
für den Eigenbedarf selbst herstellen kann. 

Junge Triebspitzen vom schwarzen Holunder (Sambucus nigra)